Gedenken der NaturFreunde für Rukeli Trollmann

09.06.2026 - 18:00 Uhr
© 

Die NaturFreunde treffen sich zum Gedenken von Rukeli Trollmann am Stolperstein von Rukeli Trollmann in der Fidicinstrasse 2 in Kreuzberg. Am 9. Juni kämpfte Trollmann gegen Adolf Witt. Der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Faustkämpfer befand sich im Publikum. Als klar wurde, wie der Kampf enden würde, gab er den Punktrichtern die Anweisung, den Kampf als „unentschieden“ zu werten. Die Punktrichter folgten dieser Anweisung. Das Publikum hatte aber Johann Rukeli Trollmann als weit überlegenen Boxer gesehen. Die Empörung des Publikums sorgte dafür, dass der Sieger auch als solcher ausgerufen wurde.

Acht Tage später wurde ihm der Titel jedoch wegen „armseligen Verhaltens“ (wohl unter dem Vorwand von Trollmanns Freudentränen nach dem Sieg) wieder aberkannt.

Am Gedenken wird sich auch der NaturFreunde-Chor mit einigen Liedern beteiligen.

Rukeli Trollmann:

Am 9. Juni 1933 wurde Rukeli Trollmann in der Bockbrauerei in Berlin-Kreuzberg nach heftigen Protesten des Publikums über die Wertung auf Unentschieden durch das von NS-Sportfunktionären beeinflusste Kampfgericht zum deutschen Meister im Halbschwergewicht erklärt. Die Aberkennung folgte Tage später mit der Begründung „zigeunerhaften und undeutschen“ Boxens. Trollmann verlor seine Profilizenz und schlug sich fortan mit Gelegenheitsjobs und als Rummel-Boxer durch.

Mit der Nummer 668 wurde er im Register des Erbgesundheitsgerichtes geführt. Seine Einlassungen vor Gericht wurden gegen ihn gewendet und zur Verfestigung der Diagnose „angeborener Schwachsinn“ verwandt. Außerdem wurde die Befürchtung formuliert, dass die „ziemlich erheblichen Intelligenzmängel vererbt werden könnten.“

Am 23. Dezember 1935 wurde der Berufsboxer Heinrich Trollmann — so steht es in den Unterlagen des Berliner Erbgesundheitsgerichtes vom Juli des gleichen Jahres — auf Antrag des Direktor des Bewahrungs- und Arbeitshauses Rummelsburg (Berlin) als einer von 195 anderen Insassen der Anstalt zwangssterilisiert.

Die Gründe für die Einweisung des Sinto Rukeli Trollmann in das Arbeits- und Bewahrungshaus Rummelsburg 1935 sind nicht bekannt.

Rukeli (Johann Wilhelm) Trollmann, geboren am 27.12.1907 in Wittenberge, starb 1944 im Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme.

Ort/Unterkunft/Treffpunkt: 
Fidicinstraße vor der Gedenkplatte für Rukeli Trollmann, Fidicinstraße 2, 10965 Berlin
Auskunft & Anmeldung: 

NaturFreunde Berlin Uwe Hiksch hiksch@naturfreunde.de (0176) 62 01 59 02

Anfrage zum Termin

Datenschutzhinweis
Bitte beachten Sie: Damit Ihr Anliegen bearbeitet werden kann, leiten wir Ihre Anfrage direkt an die Veranstalter*innen des Terminangebots weiter. Weitere Informationen zur Verarbeitung von Kontakt- und Anmeldeformularen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung Webseite.

  _  __  ______  ____            __ 
| |/ / |___ / | _ \ /_ |
| ' / / / | |_) | __ __ | |
| < / / | _ < \ \ / / | |
| . \ / /__ | |_) | \ V / | |
|_|\_\ /_____| |____/ \_/ |_|

Bitte geben Sie den oben angezeigten ASCII-Bild-Code ein.